Christkindlein Das Christkindlein bin ich genannt, den frommen Kindern wohlbekannt, die ihren Eltern gehorsam sein, die früh aufstehn und beten gern, denen will ich alles bescher’n; die aber solche Holzblöck’ sein, und necken ihre Brüderlein, Steckt Ruprecht in den Sack hinein.
.. eine Freundschaft ist mehr wert als die Bewunderung der ganzen Welt
ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich gänzlich ungeniert ... Karl Marx ist tot, Einstein ist tot, und mir ist auch schon ganz schlecht ... *** Du kannst dem Leben nicht mehr Tage geben,aber dem Tag mehr Leben... ***
Wenn die Honigkerze brennt und ich rieche den Advent, öffne ich das erste Tor, hol den Stern aus Stroh hervor. Steche Butterplätzchen aus, freu mich auf den Nikolaus. Such mein graues Kuscheltier, pack es ein in Glanzpapier. Finde Warten schrecklich schwer, staun ins Weihnachtslichtermeer.
Sabine
„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“
Ans Christkind: Meine Eltern sind seit Wochen zerstritten, also möchte ich dich bitten, heuer die Geschenke sein zu lassen. Mach lieber, dass die zwei sich nimmer hassen und sich am Heiligen Abend zur Versöhnung küssen und die Nachbarn nicht wieder die Polizei rufen müssen. Deine kleine Brigitte. Wohnhaft: Wien-Mitte
Sabine
„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“
Kind: O Mutter, was hab’ ich ein Bäumchen gesehn, War voll von Kerzen, die brannte so schön; Da glänzten von Gold und von Silber so viel, Zum Essen so vieles, so Schönes zum Spiel.
Sie sagten das habe zur heiligen Nacht Christkindchen herab vom Himmel gebracht; Christkindchen hat uns doch alle so wert, Warum hat es mir kein Bäumchen beschert?
Mutter: Dein Bäumchen steht im Himmel noch Und hast du es auch nicht, es gehört dir doch; Und kommst dereinst zu des Himmels Höh’n, Dann ist ein Baum gar groß und schön.
.. eine Freundschaft ist mehr wert als die Bewunderung der ganzen Welt
Die weiße Weihnacht, haben wir sie wieder? Die Kinder singen lustige Winterlieder. In den letzten Jahren konnte Schnee die Erde nicht bedecken, wir mussten die Füße in Gummistiefel stecken.
Durch Pfützen stapfte man, im Matsch hing man fest und das immer pünktlich zum Weihnachtsfest. Die weiße Weihnacht wo war sie nur hin? Nur als Kinder hatten wir sie noch im Sinn.
Dabei knackte manchmal im November der Frost schon so schön, selbst Eis auf dem Wasser konnte man seh’n. Da hoffte man jedes Jahr zur gleichen Zeit, auf eine frostige, weiße Weihnachtszeit.
Unter dem duftenden leuchtenden Weihnachtsbaum erzählte man den Kindern von früher, sie glaubten es kaum, von Eisblumenfenstern, durch die die Schneekönigin schaut, von meterhohen Schneemännern, von uns gebaut.
Man konnte den Schlitten über das Eis schieben, wir haben uns gegenseitig mit Schnee abgerieben, dann gab’s eine zünftige Schneeballschlacht und abends hat Mutti dann Tee gemacht.
Da rochen aus dem Kachelofen die Bratäpfel lecker, die Küche sah aus wie beim Zuckerbäcker, die Schlittschuhe wurden noch an die Schuhe geschraubt, aus der heißen Dämpfmaschine die heißen Kartoffeln geklaut.
Heute gibt’s für die Äpfel die Mikrowelle und Kekse und Stollen aus dem Supermarkt auf die Schnelle. Die Schlittschuhe gibt’s fertig im Stück, wir haben heute wenigstens die weiße Weihnacht zurück.
Die Kinder hören von Märchen erzählenden Großmüttern, um Mitternacht ging man Pferd und Kälbchen füttern. Da leuchten die Kinderaugen unterm Weihnachtsbaum, geweckt ist wieder dieser alte Weihnachtstraum.
Die Familie ist eng zusammengerückt, die Kinder hören zu ganz entzückt. Es ist Weihnachten und die Herzen sind weit, egal ob es draußen regnet oder schneit.
Denkt euch, ich habe das Christkind gesehen! Es kam aus dem Walde, das Mützchen voll Schnee, mit rotgefrorenem Näschen. Die kleinen Hände taten ihm weh, denn es trug einen Sack, der war gar schwer, schleppte und polterte hinter ihm her. Was drin war, möchtet ihr wissen? Ihr Naseweise, ihr Schelmenpack- denkt ihr, er wäre offen der Sack? Zugebunden bis oben hin! Doch es war gewiß etwas Schönes drin! Es roch so nach Äpfeln und Nüssen
Markt und Strassen steh`n verlassen, still erleuchtet jedes Haus, sinnend geh ich durch die Gassen, alles sieht so friedlich aus. An den Fenstern haben Frauen buntes Spielzeug fromm geschmückt tausend Kindlein stehn und schauen, sind so wunderstill beglückt. Und ich wandre aus den Mauern bis hinauf ins freie Feld, hehres Glänzen, heilges Schauern! Wie so weit und sill die Welt! Sterne hoch die Kreise schlingen, aus des Schnees Einsamkeit steigt`s wie wunderbares Singen- Oh du gnadenreiche Zeit
Wenn im September in Geschäften schon Sterne an den Wänden heften und Nikoläuse steh'n bereit - „Ist denn schon wieder Weihnachtszeit?“
Erst Wochen später, kurz davor, auf Weihnachtsmärkten singt der Chor, die Wunschliste ist längst geschrieben, auch Nüsse, Mandeln sind gerieben, der Stollenduft zieht durch das Land zum Einkauf wird jetzt losgerannt.
Und selbst am Sonntag, kaum zu fassen will man das „Shoppen“ gar nicht lassen. „Es gibt so vieles zu bedenken, man will doch jeden reich beschenken.“ Doch mancher denkt so vor sich hin, was hat das Treiben für 'nen Sinn und wünscht sich schon seit vielen Tagen ein Ende dieser Festtagsplagen.
Nun ist es da, das „stille Fest“, der Tannenbaum schon Nadeln lässt, die Festtagsgans im Ofen glänzt, die Stimmung wird mit Wein ergänzt und Kinderaugen leuchten hell, die Weihnachtslieder tönen grell.
... Gestresst vom Trubel dieser Tage so mancher stellt sich eine Frage: „War nicht Besinnlichkeit mein Wunsch?“ und nippend an dem nächsten Punsch, nimmt er sich vor fürs nächste Fest, dass er sich dann nicht stressen lässt !
Jedoch ist schon in seinem Denken: „Was soll ich nächstes Jahr nur schenken?“ (c) Hartmut Schmidt