Der Großvater und sein Enkel! (2 Minuten, die sich wirklich lohnen)
(eine Geschichte von Lew Tolstoi)
Es war einmal ein Großvater, der schon sehr, sehr alt war. Seine Beine gehorchten ihm nicht mehr, die Augen sahen schlecht, die Ohren hörten nicht mehr viel und Zähne hatte er auch keine mehr. Wenn er aß, floss dem alten Mann die Suppe aus dem Mund. Der Sohn und die Schwiegertochter ließen ihn deshalb nicht mehr am Tisch mitessen, sondern brachten ihm sein Essen hinter den Ofen, wo er in seiner Ecke saß. Eines Tages, als man ihm die Suppe in einer Schale hingetragen hatte, ließ er die Schale fallen und sie zerbrach. Die Schwiegertochter machte dem Greis Vorwürfe, dass er ihnen im Haus alles beschädige und das Geschirr zerschlage, und sagte, dass sie ihm von jetzt an das Essen in einem Holzschüsselchen geben werde. Der Greis seufzte nur und sagte nichts.
Als der Mann und die Frau einige Tage später zu Hause beisammen saßen, sahen sie, dass ihr Söhnchen auf dem Fußboden mit kleinen Brettern spielte und etwas zimmerte. Der Vater fragte ihn: "Was soll das denn werden, Mischa?" Und Mischa antwortete: "Das soll ein Holzschüsselchen werden, Väterchen. Daraus werde ich dir und der Mutter zu essen geben, wenn Ihr alt geworden seid."
Der Mann und die Frau sahen sich an und weinten. Ihnen wurde plötzlich bewusst, wie sehr sie den Greis gekränkt hatten und sie schämten sich. Fortan ließen sie ihn wieder am Tisch sitzen und waren freundlich zu ihm.
Diese wundervolle Geschichte sollten wir immer ins Gedächtnis rufen, wenn wir einmal gereizt im Umgang mit älteren Menschen sind. Auch wenn es bei dem einen oder anderen vielleicht nicht einfach ist, sollten wir unseren Eltern und Großeltern dankbar sein, denn schließlich verdanken wir ihnen unser Leben. Auch, dass wir uns für sie Zeit nehmen - und zwar nicht nur an Feiertagen oder nur dann, wenn es ihnen gutgeht, sondern vor allem auch dann, wenn sie auf unsere Hilfe angewiesen sind. Denn früh oder später, sind wir selbst in dieser Rolle und wären glücklich und froh respektvoll behandelt zu werden.
Behandelt jeden anderen so, wie ihr selbst behandelt werden wollt.
Liebe Grüße von
Manchmal, wenn ich sage."Danke, es geht mir gut!", wünsche ich mir Jemanden, der mir in die Augen schaut und sagt:" Komm und erzähl mir die Wahrheit!"
Ich denke, es ist ein Erziehungsprozeß, man muß das auch vorleben. Da sind solche Wohnmodelle, wo jung und alt unter einem Dach wohnen vielleicht ideal. Werden nicht viele Eltern in ein Heim gegeben, weil sie allein nicht mehr wohnen konnten? Wäre man vorher schon zusammen gerückt, wäre das kein Problem. Achtung und Toleranz voreinander, wie gesagt: behandele jeden so, wie Du selbst behandelt werden möchtest.
Liebe Grüße von
Manchmal, wenn ich sage."Danke, es geht mir gut!", wünsche ich mir Jemanden, der mir in die Augen schaut und sagt:" Komm und erzähl mir die Wahrheit!"
Da hast Du Recht, Resel. Meine 20 Jahre in der Pflege haben mir auch die Augen geöffnet, daß manche Kinder die Pflegeeinrichtung als Abstellgleis für ihre Eltern betrachten. Es gibt aber Gott sei Dank auch sehr liebevolle Eltern- Kind- Beziehungen, die immer wieder mein Herz berührt haben.
Liebe Grüße von
Manchmal, wenn ich sage."Danke, es geht mir gut!", wünsche ich mir Jemanden, der mir in die Augen schaut und sagt:" Komm und erzähl mir die Wahrheit!"