Zu keinem anderen Zeitpunkt im Jahr kommen so viele Menschen auf die Friedhöfe wie zu Allerheiligen und Allerseelen. Dabei ist es eine schöne Tradition, der lieben Verstorbenen zu gedenken und ihre Gräber mit Blumen und Lichtern zu schmücken. Gestecke, Kränze und florale Arrangements sind sichtbare Zeichen von Verbundenheit und Dankbarkeit und lassen die Friedhöfe vor dem Winter noch einmal feierlich erblühen.
An Allerheiligen erhellt eine Kerze als "ewiges Licht" die Ruhestätte und brennt bis Allerseelen weiter. Ohne Kerzen und Kerzenlicht sind diese Tage der stillen Andacht undenkbar.
Wer am Allerheilgenabend über den Friedhof schlendert der sieht ein prächtiges Kerzenmeer, wird begrüßt von tausenden bunten Lichtern. Kerzen leuchten durch bunte Gläser in allen Farben, kleine Fackeln erhellen den Friedhofsboden und lassen prächtige und wundervolle Blumengestecke erkennen. Der Kommerz hat es geschafft dass sich der Friedhof einmal im Jahr zur Pilgerstätte für Jung und Alt wird.
Ludger, ob das immer von Herzen kommt??ß Ich habe früher am Friedhof einen Blumenstand gehabt, da wurden mir die dicken Chrysanthemen aus der Hand gerissen. Das ganze Jahr über war niemand am Grab,aber Allerheiligen können das ja die Nachbarn sehen, Sonst mit dem Licht und den Blumen sieht es schön aus.
.. eine Freundschaft ist mehr wert als die Bewunderung der ganzen Welt
da wo meine Mutter liegt wird der Friedhof richtig zur Kultstätte, und wer nicht soviel im Geldbeutel hat das sieht man schon an den Gräbern. Ich brauche noch den Friedhof um Abschied zu nehmen und um Zwiespache zu halten. Wir hatten 2006 vom Juni bis zum 2007 im Oktober 13 Tote zu betrauern alle aus der engsten Familie auch unseren Schwiegersohn mit 35 Jahren. Aber wenn das so weiter geht dann ist eh alles in einigen Jahrzehnten vorbei da gibt es dann nur noch Asche
Bei uns wird der Friedhof jeden Samstag zur Pilgerstätte der Frauen. Lauscht man ihren Gesprächen, so erfährt man immer das neuste von ihren Familien, Verwand-und Bekanntschaften. Nach einiger Zeit des Zuhörens weiß man über alle Krankheiten und Eheproblemen vieler Menschen Bescheid.
Im Sommer ist es besonders schlimm mit diesen Frauengruppen auf dem Friedhof. Braucht man eine Gießkanne um Blumen zu gießen, ist an den dafür vorgesehenen Sammelstellen, nie eine da. Diese Gießkannen, die hier normalerweise zur Waserversorgung der Blumen hängen, befinden sich an den Händen der Frauen, die sich meist schon stundenlang über alles mögliche tratschen. Man muß fast schon Gewalt anwenden um an eine, dieser sehr begehrten Gießkannen zu kommen.
Diese Frauenzusammenkunft auf dem Friedhof nennt man auch: "Die Friedhofszeitung"
mag sein das es so ist Gerhard, aber du vergisst die Männer die ihre Frauen zum Friedhof fahren und die sich dann vor dem Friedhof wie Chauffeure zusammen stehen und auch über dieses und jenes tratschen.
ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich gänzlich ungeniert ... Karl Marx ist tot, Einstein ist tot, und mir ist auch schon ganz schlecht ... *** Du kannst dem Leben nicht mehr Tage geben,aber dem Tag mehr Leben... ***
.... und der Reformationstag mutiert zu "Halloween" eine bedauerliche Entwicklung, wenn christliche Feiertage dem Kommerz geopfert werden, oder besser:Vereinnahmt werden
Vermutlich ist diese Entwicklung aber nicht mehr zu stopppen.....
Die schönste Freude ist, anderen eine Freude zu machen.
In meiner Gegend (Harz) ist Allerheiligen kein Feiertag, die Friedhöfe sind da auch nur ein klein wenig mehr als normal besucht. So richtig stark besucht sind sie hier am Totensonntag. Da bringen alle Gestecke auf den Friedhof, die den ganzen Winter über liegen bleiben.
Also auf einem Friedhof, wie auf den Philippinen, möchte ich auch nicht wohnen. Die haben aber auch platzsparend gebaut - die Grabstellen in die Höhe gestapelt und darüber sind "Wohnungen". In anderen Kulturen geht man aber anders mit dem Thema "Tod" um, was ich gar nicht mal so verkehrt finde. Dadurch haben die Menschen auch weniger Angst davor. In einem Land, ich weiß nicht mehr wo, werden die Toten einmal jährlich für eine Nacht nach Hause geholt und dann in der Grabstelle umgebettet. Das feiern die richtig als Fest. Ich weiß nicht, das muss auch nicht gerade sein. Zumindest müsste man damit aufgewachsen sein, um es verstehen zu können.